Der Einheizer 2013

Unser jährlicher Kommentar zum Stand der inzwischen 100jährigen Branche.
 
Andere Kommentare: | 2023 | 2016 | 2015 | 2014 | 2012 | 2011 | 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 | 2005 | 2004 | 2003 | 2002 |

 
Die Themen 2013:
  1. Verspätung
  2. Elektronische Heizkostenverteiler
  3. Kleine Blockheizkraftwerke
  4. Legionellen
  5. Lese-Empfehlungen

Verspätung

Der 2013er Kommentar hat sich verspätet, ich bitte um Entschuldigung. Zur Situation:
Eine im Verborgenen lauernde Eppstein-Barr-Virusinfektion hatte sich wieder stark gemacht. Das war schwierig zu erkennen, hat viel Zeit gekostet, die Schaffenskraft vermindert und alle Initiativen abgewürgt, weil die Infektion sich auch als Chronisches Müdigkeitssyndrom bemerkbar macht. 'Nebenbei' fand sich dann noch eine Palladium-Vergiftung, die mir durch unsachgemäße Materialauswahl von Zahnkronen die letzten 20 Jahre 'eingebaut' wurden. Die gute Meldung: Man kann es ändern und ausleiten. Gleichzeitig war ein unterterbrochener Strom von Einrohrheizungs-Objekten zu sanieren.
Mehr Infos zu der Infektion, die jeder in sich trägt:
[ Inhalt ]
 

Elektronische Heizkostenverteiler in Einrohrheizungen

In Mehrfamilienhäusern sind zur Abrechnung der Heizkosten an Heizkörpern bisher s.g. 'Verdunster' benutzt worden. Diese hatten den Vorteil, auf Grund der Raumtemperatur in Auswertung mit allen anderen Verdunstern im Gebäude den Anteil der Heizkosten einer Wohnung grob schätzen zu können. Nachteil dieser war nämlich, dass diese im Sommer in heißen Dachwohnungen auch einen 'Verbrauch' zählten. Ein willkürlich gewählter, gesetzlich vorgeschriebener Verteilungsschlüssel von fixen und variablen Kosten sollten die Messungenauigkeiten dämpfen. Meist war das 50:50.
      Im Gegensatz zu allen Behauptungen der Abrechnerlobby sind Verdunster nicht verboten! Nur nicht geprüfte Verdunster sind nicht mehr erlaubt. Die Abrechnungsfirma Lenz in Stuttgart hat dazu pdf dieses Infoblatt.
      Der Wechsel von Verdunstern auf elektronische Heizkostenverteiler hatte jetzt den Vorteil, dass man mit den 2-Fühler-Geräten die Heizkörpertemperatur und die Raumtemperatur messen kann und somit eine Beheizung mit dem Heizkörper merkt. Aus Kostengründen werden dann aber nur 1-Fühler-HKV eingebaut mit den Folgen, dass wechselnde Verbrauchsspitzen auftreten.
 
Einrohrverteilung Aber auch bei den elktronischen hat sich bei bestimmten Beheizungssituationen herausgestellt, dass sie dazu neigen, Ungleichkeiten zu verstärken. Das betrifft vor allen die in NRW oft eingebauten horizontalen Einrohrheizungen der 70er bis 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Hier wird durch den hohen Anteil der Heizleistung, der über Rohre in die Wohnung eingebracht wird, auch der elektronische Heizkostenverteiler wieder getäuscht. Hier wurde meist 12er oder 15er (rostanfälliges) Weichstahlrohr verlegt, das an einen Steigstrang angeschlossen ist, der durch die Wohnung oder durch das Treppenhaus führt. Sind die Steigleitungen in der Wohnung verlegt, macht sich das meist durch extrem warme Abstellräume bemerkbar. Jedem wird klar, dass hier ungezählte Heizungswärme erheblich zur Beheizung beiträgt.
Das Schema links hat die BFW Friedrich Gohl GmbH schön dargestellt.
Eine exzellente Website zum Thema vertikale Einrohrheizungen und dem dort anwendbaren Bilanzverfahren aus dem Beiblatt zur VDI 2077 ist die Site VDI-2077-nein-danke!
Fazit: Wer spart, zahlt drauf. Die Korrekturberechnungen nach VDI 2077 Bilanzverfahren sind falsch!

Fehlerhafte Einstellung der Regelung, zu hohe Vorlauftemperaturen und fehlender hydraulischer Abgleich machen daraus ernsthafte Beheizungsprobleme, die mit hohen Temperaturen bekämpft werden und daraus folgen die hohen Heizkosten. Die Folge ist, dass alle pumpenahen Heizkörperventile immer geschlossen sind und Dachwohnungen zu kalt bleiben. In den meisten Wohneinheiten erfolgt dann die Beheizung durch reine Rohrverteilungswärme aus dem umlaufenden Rohrstrang, die Heizkörper sind zugekniffen.
      Zu dieser Situation gibt es seit 2012 ein Urteil des Amtsgericht Neuss, das Rechtsanwalt Uwe Heichel sehr schön kommentiert hat: 'Die Entscheidung des Amtsgerichts Neuss gibt eigentlich Selbstverständlichkeiten wieder. Eine Erfassung des Verbrauchs ist nach der Heizkostenverordnung nur dann zulässig, wenn die Verbrauchserfassung zumindest im Verhältnis dem tatsächlichen Verbrauch an Heizenergie Rechnung trägt. Dies ist schon dann nicht der Fall, wenn bei einer ungedämmten Einrohrheizung der größte Teil der Heizenergie über die Steigleitung ohne Verbrauchserfassung in die Umgebung abgegeben wird.'
      Seiner folgenden Erklärung, auf ein Zweirohrsystem umzubauen, kann ich aber aus Kostengründen nicht folgen. Es geht auch anders und (meist) viel leichter: An den Verteilstellen werden Wärmemengezähler mit Volumenstromreglern eingebaut, dann stimmen die Verbrauchsabrechnungen und der hydraulische Abgleich.
Es gibt danach entscheidende Änderungen:
  • Der umlaufende Rohrstrang kann nach dem hydraulischen Abgleich viel kälter gefahren werden.
  • Die Bewohner müssen also ihre Heizkörper wieder benutzen, um die Wohnungen zu beheizen.
  • Die Bewohner sehen sehr deutlich, dass die Wärmezähler eine korrekte(!) verbrauchsabhängige Zählung ermöglichnen und so die echten Heizkosten wiedergeben.
  • Der Verteilschlüssel kann auf 30/70% geändert werden.
  • Der Heizenergieverbrauch sinkt um mindestens 20%.
Den Nachweis haben wir bei bald 100 umgebauten Objekten in NRW gebracht.
 
[ Inhalt ]
 

Kleine Blockheizkraftwerke

Ergänzend zu dem Artikel über BHKWs, die ich im Solarteil beschrieben habe, bringe ich an Hand einer konkreten Anlage, die saniert wurde, für Ungläubige ein paar Zahlen aus der Abgastabelle des Herstellers.
Zur Erinnerung: Die Verhältnisse Wärme/Strom/Verluste bei einem BHKW liegen etwa bei 60%/30%/10% der Input-Energie.
 
Die Anlage war mit einem BHKW (Ecopower 3 = 4,7...8kWth und 1,5...3kWel) und einem Zusatzkessel 20kW konzipiert, weil der Strombedarf in dem Büro so hoch sei (Rechner, Licht,...). Konkrete Zahlen konnten allerdings nicht benannt werden. Beide Wärmeerzeuger arbeiteten auf einen gemeinsamen 800L Wärmepuffer, an dem ein Varmeco-Trinkwarmwasssermodul angeschlosssen ist.
Die Steuerung war so, dass das BHKW immer Vorrrang vor dem Kessel hatte, wenn der Puffer nachzuladen war. Nur wenn die Abnahme bei kaltem Puffer weiter vorhanden war, sollte der Kessel parallel unterstützen. Der Erfolg dieser Zusammenstellung war dann, dass das BHKW auch bei voll durchgeladenen Puffer immer in kleinster Stufe durchnudelte (weil der echte Wärmebedarf immer viel kleiner war als vermutet). Die interne BHKW-Regelung ließ das Gerät nur abschalten, wenn der Puffer wirklich mit 80° bis unten geladen war. (Eine 80/60°C Schichtung zu erreichen, die wir nachher verwirklichten, löste das Problem, das sich in der Herstellertabelle zeigt: Im Teillastbereich sinkt der BHKW-Wirkungsgrad dramatisch, das sieht man am NOx, der verdreifacht sich, CO verdoppelt sich! Die Einstellung entspricht dem Ladeprogramm HP=Hohe Produktion.)
Abgasmessung
  • Es ist also umweltschonender und billiger, das BHKW mit Vollast laden zu lassen und dann bei einer unteren Puffertemperatur von <60°C abzuschalten. Notfalls geht das Abschalten beim Ecopower3 über das gebrückte potenzialfreien Klemmenpaar 'Kleinspannung - Freigabe BHKW'. Erfolg: Der Heizraum wird merklich kühler. Wenn man das Ladeprogramm zusammen mit einem zeitlich passenden Eigenstrombedarf kombinieren kann - um so besser.
  • Das Gerät hat eine eigene Rücklaufanhebung für die korrekte Motortemperatur (wie jeder Automotor). Man kann also schadlos mit Temperaturen von weniger als 20°C im Rücklauf ankommen. (Steht nirgendwo!)
  • Gleichzeitig muss man darauf achten, dass die im Mischerteil mitgelieferte Pumpe nicht so stark eingestellt ist, dass sie den Puffer verwirbelt und jede Schichtung kaputt macht. Es müssen maximal 8kW Wärmeleistung abtransportiert werden, d.h. es fließen maximal 340L/Stunde! Es reicht ein 18erRohr! Pumpe also auf 1, am besten mit Volumenstromregler.
  • Solaranlagen (thermisch und PV) sind lautlos und liefern ohne Gas Strom und Wärme :-)
  • Komponentenherstellern scheint jedes Systemdenken fremd zu sein - ok, es gibt Ausnahmen...
[ Inhalt ]
 

Legionellen

Bei gemeldeten Legionellenausbrüchen wie in Warstein kann man nicht darauf warten, bis Wikipedia einen zusammenfassenden Artikel fertig hat. Denken Sie ans RKI - Robert Koch Institut in Berlin. Die haben immer die aktuellen Meldungen und richtigen Verhaltensmaßnahmen auf der Website- unaufdringlich, sachlich.
 
Mit ein wenig Know-How bekommt man auch für Legionellen-Wässer einen kritischen Blick:
  • Verdächtig sind eingeatmete Wassertröpfchen und Wassernebel zwischen 25 und 45°. Das Optimum liegt bei 37°C.
  • ... die finden sich in Springbrunnen, Luftbefeuchtern und eben bei Rückkühlwerken der Industrie.
  • ... die finden Sie unter Duschen und Beregnungsanlagen in Parks und in der Landwirtschaft.
Mehr zu Legionellen...
 
[ Inhalt ]
 

Lese-Empfehlungen 2013

Showdown - Der Kampf um Europa und unser Geld. 'Showdown - Der Kampf um Europa und unser Geld.' von Dirk Müller
Schön ist an dem Buch, dass es sich in einem Rutsch wie ein Krimi liest. Das Ende ist allerdings offen, weil das Jahr der Lösung noch in der Zukunft liegt. Und schön ist eben, dass wir die Lösung noch selber in der Hand haben. Müller schreibt so plastisch aus finanztechnischer Sicht, dass jeder begreift, was das für sein Lebensumfeld bedeutet:
  • Griechenland, der kranke Mann am Mittelmeer? Von wegen - südlich Kreta liegen Gas und Öl in gigantischen Mengen, auf die das Großkapital scharf ist. Deshalb wird Griechenland arm gespart, bis es platt ist und bei der Ausbeutung keine großen Forderungen mehr stellen kann.
  • Jedem Land seine Währung - Warum der Euro Europas Problem ist und die Nachbarn entzweit.
  • Warum wurde der IWF für die Schaffung des Euro herangezogen? - Government Sachs muss doch einen Zugriff haben, damit der Euro den USD nicht gefährdet! Passender Artikel im Independent: Masters of the eurozone.
  • Das Vermögen der einen sind die Schulden der anderen - Warum wir durch Geld horten und Sparen keinen nationalen Wohlstand und keine Zukunft schaffen können - Geld muss umlaufen.
  • Was ist der ESM-Rettungsschirm? Hier wirds erklärt.
  • Das Interessanteste in dem Buch ist der konkrete Vorschlag zur Finanzierung der Energiewende - mit Anteilen von uns allen, die momentan ihr Geld horten und es aus Angst vor Verlust durch die Inflation wertlos werden lassen. Strammer Gegenwind für Angela + Siegmar, die Umfaller.
  • Unbedingt lesen!
  • Nicht vergessen - Youtube: Dirk Müller eingeben + ansehen.



Bleiben Sie gesund und unvoreingenommen neugierig!
Ihr Dietrich Beitzke

 
| Startseite | · | Bücher | Energiekrise | Rat & Tat | Verluste | Kommentar - Top |

email © System Integration Beitzke
Seite erstellt am: 22.11.14, letzte Änderung 15:20 29.1.2023, Sonntag